#traveldog - Teil 1 Flughäfen
#traveldog – Teil 1: Flughäfen
Gastbeitrag von Ursula Koller
Luca war schon an ziemlich vielen schönen Orten auf dieser Welt. Nicht, weil er ein besonders abenteuerlustiger Hund wäre – sondern weil er einfach immer dabei ist. Und wenn man viel reist, lernt auch ein Hund so einiges. Zum Beispiel Flughäfen.
Der Wiener Flughafen ist mittlerweile quasi sein zweites Wohnzimmer. Dort weiß er ziemlich genau, wo was ist, wo es spannend riecht und wo man am besten unauffällig warten kann. Auch die Sicherheitskontrolle meistert er inzwischen mit der Gelassenheit eines erfahrenen Vielfliegers.
Beim allerersten Flug war das noch etwas aufregender. Damals mussten wir in einen separaten Raum, und Luca musste alleine durch die Sicherheitskontrolle – also durch dieses Gerät, das alles durchleuchtet (ich nenne es einfach mal die Hundeversion vom Röntgen). Er war noch ganz klein und ziemlich aufgeregt, aber er hat das großartig gemacht.
Heute ist das deutlich entspannter. Meistens gehen wir einfach durch die normale Sicherheitskontrolle. Manchmal läuft er selbst durch, manchmal nehme ich ihn auf den Arm. Eine Regel gilt allerdings überall: Hund muss quasi nackt sein. Also ohne Leine, ohne Geschirr. Für einen erfahrenen #traveldog wie Luca ist das aber längst Routine.
Überhaupt sind die meisten Flughäfen, die wir kennen, ausgesprochen hundefreundlich. Wir waren schon auf Korfu, ganz oft in Nizza, in Hamburg, Lissabon und an vielen anderen Orten. Die Menschen sind meistens nett, interessiert und erstaunlich entspannt, wenn ein kleiner Hund in der Tasche reist.
Zwei Flughäfen möchte ich aber besonders hervorheben – einmal positiv und einmal… sagen wir, eher lehrreich.
Das gute Beispiel: Lissabon
Der Flughafen in Lissabon hat tatsächlich eine eigene Station für Hunde. Ein Indoor-Hundeklo sozusagen. Mit Kunstgras. Und einem kleinen, wirklich entzückenden Hydranten. Die Idee finde ich großartig. Dass Luca dort nichts macht, liegt allerdings an unserer Erziehung. Wir haben ihm beigebracht, dass man drinnen nicht pipi macht – und daran hält er sich leider auch am Flughafen. Aber die Geste zählt, und die ist wirklich vorbildlich.
Das weniger gute Beispiel: Berlin Brandenburg
Am Flughafen Berlin Brandenburg scheint Luca regelmäßig besonderes Interesse zu wecken – besonders bei der Ausreise. Der Ablauf ist mittlerweile fast schon Routine: lange Schlange beim Lufthansa-Check-in, dann kommt Luca in die Tasche und wird am Gepäckband gewogen. Alles passt. Idealgewicht. Und dann wird ein Supervisor geholt. Dieser erklärt mir ausführlich, wie das mit dem Tierwohl funktioniert – offenbar besser als ich, die mit diesem Hund rund um die Uhr zusammenlebt. Währenddessen macht man sehr freundliche Nasenlöcher, denn diese Menschen haben die Macht, uns einfach nicht mitfliegen zu lassen.
Beim letzten Mal wurde es besonders interessant. Der Herr erklärte mir, meine Tasche sei zu klein. Dieselbe Tasche übrigens, mit der wir schon viele Male geflogen sind und die exakt den erlaubten Maßen entspricht. Seine Lösung: die neue Lufthansa-Hundetasche aus dem Worldshop. Um sicherzugehen, dass ich seiner Empfehlung folge, griff er gleich zum Telefon. „Hier ist Wolke“, sagte er, und kündigte an, dass er eine Frau mit Hund schickt, die eine neue Tasche kaufen sollte (er konnte es ja nicht direkt befehlen). Also stand ich wenig später schweißgebadet im Shop – mit Handtasche, Laptop, Hundetasche und Hund. Die neue Tasche war übrigens nur minimal größer als meine alte. Aber gut. Was dabei gerne übersehen wird: Ein Hund ist keine Handtasche. Man kann ihn nicht einfach umpacken und erwarten, dass er das sofort super findet. Hunde muss man auf so etwas trainieren.
Am Ende schleppte ich also alte Tasche, neue Tasche und Laptop zum Gate, quetschte mich mit einem inzwischen genervten Hund in meinen Economy-Sitz und versuchte, meine Laune wieder einzufangen. Der Flug war… sagen wir… weniger entspannt als sonst. Beim Aussteigen drängten sich die Passagiere wie immer sofort nach vorne. Luca sprang kurz aus der Tasche, ich sammelte Hund und Gepäck wieder ein – und ein Flugbegleiter meinte noch bevormundend: „Der Hund muss in der Tasche bleiben.“ Ja eh. Weiß ich.
Fazit eines Traveldogs
Unterm Strich haben wir auf etwa 90 % aller Flughäfen wirklich gute Erfahrungen gemacht. Die Menschen sind freundlich, neugierig und oft erstaunlich hilfsbereit. Aber diese 10 % bleiben leider besonders gut im Gedächtnis. Trotzdem gilt für mich: Ich würde meinem Hund nie etwas zumuten, das ihm nicht gut tut. Dafür liebe ich ihn viel zu sehr. Und für Luca ist das Wichtigste sowieso nicht der Flughafen, nicht die Tasche und auch nicht der Sitzplatz in der Economy Class.
Für ihn zählt nur eines: Dabei sein. Und das ist er!