Wohlfühlfilme für die (Vor)Weihnachtszeit
Meine (vor)Weihnachtsfilme – die guten alten Wohlfühlklassiker
Es ist euch vielleicht aufgefallen: Hier war ziemlich lange Funkstille. Sehr lange. Das Leben hatte offenbar andere Pläne, und zwischen Arbeit, Projekten, Schreiben und all den Dingen, die plötzlich wichtig werden, wenn man eigentlich gerade etwas ganz anderes vorhat, ist meine Blogleidenschaft ein wenig ins Hintertreffen geraten.
Aber jetzt bin ich wieder da. Und weil Weihnachten vor der Tür steht, fangen wir am besten mit etwas an, das ich in dieser Jahreszeit besonders liebe: Wohlfühlfilme.
Eigentlich ist das ja eher das Spezialgebiet meiner anderen Seite – der Autorin in mir, die Geschichten, Romantik und große Gefühle durchaus zu schätzen weiß. Aber spätestens wenn die Tage kürzer werden, die Lichterketten auftauchen und es draußen ungemütlich wird, erwischt es auch mich.
Dann möchte ich Filme sehen, bei denen ich ungefähr weiß, was passieren wird. Und genau darin liegt ihr Reiz. Ich gestehe allerdings: Mit den Weihnachtsfilmfabriken von Netflix & Co. kann ich mich nur bedingt anfreunden. Ich habe es versucht. Letztes Jahr habe ich mich tapfer durch eine ganze Reihe dieser Produktionen gearbeitet. Und irgendwann hatte ich das Gefühl, ich würde denselben Film immer wieder sehen – nur mit anderen Pullovern und einer anderen Kleinstadt im Hintergrund.
Das Drehbuch funktioniert meistens ungefähr so: Eine erfolgreiche Frau hat Karriere gemacht und dabei leider vergessen, dass es auch noch ein Leben außerhalb des Büros gibt. Aus irgendeinem Grund muss sie zurück in ihre Heimatstadt, die sie seit Jahren nicht besucht hat. Dort trifft sie auf einen sympathischen Mann, der natürlich deutlich entspannter lebt als sie. Dann gibt es einen Weihnachtsmarkt. Einen Hund. Sehr viel Schnee. Mindestens einen Konflikt mit dem aktuellen Lebensentwurf. Und spätestens nach 90 Minuten die Erkenntnis, dass die Karriere eigentlich gar nicht so wichtig ist und das wahre Glück schon die ganze Zeit in diesem idyllischen Kaff auf sie gewartet hat. Happy End. Abspann. Nächster Film. Die Handlung ist vorhersehbar, die Dialoge manchmal schmerzhaft und die Schauspielerinnen und Schauspieler nicht immer gerade die nächste Generation Meryl Streep.
Aber eines muss man ihnen lassen: Die Kulissen sind großartig. Alaska. Nordlichter. Kenia. Südseeinseln. Amerikanische Kleinstädte. New York. Ich habe in diesen Filmen schon mehr von der Welt gesehen, als manche Reisebroschüre verspricht. Und irgendwie funktioniert es ja doch.
Denn Weihnachten ist für mich auch die Zeit, in der man sich bewusst ein bisschen der Nostalgie hingeben darf. Man muss nicht immer alles neu, schnell und perfekt haben. Manchmal darf es einfach ein Film sein, den man schon kennt. Eine Geschichte, bei der man weiß, dass am Ende alles gut wird. Ein Sofa, eine Decke, etwas zu trinken und draußen möglichst schlechtes Wetter. Und genau deshalb gibt es bei mir inzwischen eine kleine Tradition.
Ich habe meine ganz persönliche Weihnachtsfilm-Reihenfolge. Manche Filme gehören für mich in die Vorweihnachtszeit, andere funktionieren erst am Weihnachtsabend. Und einen gibt es sogar für den Jahreswechsel.
Keine algorithmische Empfehlung. Keine „Top 10 Christmas Movies 2026“.
Sondern einfach meine zehn Filme. Die Filme, die für mich nach Weihnachten schmecken, nach Erinnerungen, nach gemütlichen Abenden und ein bisschen nach der guten alten Zeit. Also: Licht aus, Decke her, vielleicht noch einen Punsch dazu.
Und jetzt kommt der Trommelwirbel: Meine persönlichen Top 10 für die Vor- und Nachweihnachtszeit.
Harry und Sally - When Harry met Sally - 1989
Dieser grandiose Film des fabelhaften Duos Rob Reiner und Nora Ephron ist zwar kein klassischer Weihnachtsfilm, aber ein uscheliger Wohlfühlfilm. Harry und Sally wursteln sich über zwölf Jahre durch ihre jeweiligen Beziehungen und so manche Probleme, bis sie endlich - Achtung Spoiler - zueinander finden.
Wunderbare Dialoge, Schauspieler, die überzeugen und die man einfach gern haben muss und ein Setting, das einen dahinschmelzen lässt. Natürlich darf die berühmteste Szene nicht unerwähnt bleiben - Sallys gespielter Orgasmus inmitten eines konservativen Diners - einfach nur großartig. Die feinen Zwischendialoge mit älteren Ehepaaren setzen dem Film die Sahnehaube auf.
Die wichtigsten Sätze aus dem Film sind 'Männer und Frauen können niemals Freunde sein, der Sex kommt ihnen immer dazwischen' und 'es gibt zwei Kategorien von Frauen, die einen die weniger anstrengend sind und die, die glauben, dass sie nicht anstrengend sind, es aber sind'.
Die Schauspieler sind grandios besetzt mit dem 1990er Rom-Com-Schätzchen Meg Ryan in ihrer ersten Hauptrolle und dem herausragenden Billy Crystal, auch die Nebenrollen sind mit der ausgezeichneten Carrie Fisher und Bruno Kirby perfekt gewählt. Meine persönliche Lieblingsszene ist, wenn Sally versucht einen überdimensional großen Christbaum über die Straßen von New York zu schleppen.
Die Musik ist hervorragend gewählt und vermittelt ein Gute-Alte-Zeit Feeling - hier das main theme:
Frank Sinatra - When Harry Met Sally (1989) - It Had to Be You (Gus Kahn, 1924)
Weil es dich gibt - SERENDIPITY - 2001
Allein der englische Titel Serendipity ist so ansprechend. Was heißt das genau? Serendipität ist das ist das Phänomen, bei der man zu einer Erkenntnis zu gelangt oder etwas findet, nach dem man nicht explizit gesucht hat. Eine tolle Erklärung oder sogar ein schönes Lebensmotto. Zwei Menschen lernen sich im vorweihnachtlichen New York kennen, verlieren sich, aber durch kleine Hinweise oder Zufälle immer wieder aneinander erinnert werden. Letzendlich - Achtung Spoiler - finden sie zueinander und zelebrieren jene Zufälle, die sie letztendlich zu ihrem Glück geführt haben. Der Film aus dem Jahr 2001 ist mit den damals noch sehr jungen Kate Beckinsale und John Cusack hervorragend besetzt. Meine Lieblingsszene ist die Schlussszene mit Anspielung auf die Anfangssequenz - man möchte schwarze Wollhandschuhe kaufen.
Die Bridget Jones Trilogie - 2001/2004/2016
Teil 1: Schokolade zum Frühstück - Bridget Jones's Diary https://www.imdb.com/title/tt0243155/ - 2001
Teil 2: Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns - Bridget Jones: The Edge of Reason https://www.imdb.com/title/tt0317198/ - 2004
Teil 3: Bridget Jones' Baby - Bridget Jones's Baby https://www.imdb.com/title/tt1473832/ - 2016
Was soll man über Bridget Jones sagen - einmal gesehen und man ist der tollpatschigen, leicht übergewichtigen, zigarettenrauchenden und Gintrinkenden Bridget, wunderbar performed von der einzigartigen Rene Zellweger, verfallen. Man fiebert mit dem kleinen Schusselchen mit, die sich zwischen dem Playboy Daniel Cleaver (Hugh Grant) und dem Gentleman Mark Darcy (Colin Firth) hin- und hergerissen fühlt. Die ersten zwei Teile sind wunderbar komisch, flott in der Handlung und in den Dialogen, zum Brüllen komisch und doch einfühlsam. Man muss sie einfach lieben. Der dritte Teil ist zwölf Jahre nach dem zweiten Teil gedreht worden, nicht schlecht, kommt aber nicht an die zwei ersten Teile heran. Besonders hervorheben möchte ich die Performance von Rene Zellweger wenn sie wieder mal betrunken und allein den Song 'All by myself' performed’
Zu erwähnen sind auch hier die wunderbar besetzten Nebenrollen, die schrulligen Freunden (Shirley Henderson, Sally Phillips, James Callis) von Bridget, ihre überdrehte Mutter (Gemma Jones) und der gemütliche und gutmütige Vater (Jim Broadbent). Meine Lieblingsszenen sind so vielzählig, dass ich sie hier gar nicht auflisten kann. Von Bridgets Versuch sich in eine überdimensionale Spanxunterhose zu quetschen, der Szene im griechischen Lokal bis hin zu den romantischen Momenten mit Mark Darcy.
Und jetzt die ultimativen Weihnachtsfilme
Die österreichischen Klassiker - 1997/2000
Single Bells - https://www.imdb.com/title/tt0181818/ 1997
O Palmenbaum - https://www.imdb.com/title/tt0271683/ 2000
Jetzt kommen wir schon näher an Weihnachten ran und kommen zu Filmen, die tatsächlich zu Weihnachten spielen. Kein anderer ein Film hat die österreichische Mentalität und die Innensicht über Familien zu Weihnachten besser transportiert als diese zwei großartigen Weihnachtsfilme. Beide Filme wurden von dem kongenialen Duo Xaver und Ulrike Schwarzenberger geschrieben und ausgeführt.
Die Familie Moor im idyllischen Umland von Wien bereitet sich auf Weihnachten vor und es geht schief was nur schief gehen kann - von einer Gans, die im Müll landet bis hin zum Weihnachtsbaumbrand, gelöscht mit einem wertvollen Nerz.
Im zweiten Teil flieht die Familie dann nach Mauritius - die Probleme bleiben die gleichen, aber was zählt ist der Zusammenhalt der Familie und das wird auch in diesem Teil großartig transportiert. Lustig und manchmal auf die Tränendrüse drückend sind diese beiden
Die A-Klasse der österreichischen Schauspieler trumpfen in diesen beiden wunderbaren Filmen mit Extraklasse auf, Erwin Steinhauer, Mona Seefried, Martina Gedeck, Gregor Bloeb bis zu den beiden Schwiegermüttern Johanna von Koczian und Inge Konradi - man kann gar nicht sagen, wer Haupt- und wer Nebenrolle innehat. Meine Lieblingsszenen sind auch hier vielfältig, die humoristischen Feinheiten jeder einzelnen Szene und die geschliffenen Dialoge überragen einfach alles.
Tatsächlich Liebe - Love actually - 2003
Wer hat nicht schon ein Tränchen bei der Anfangs- und Endsequenz am Londoner Flughafen Heathrow zerdrückt? Mich erwischt es jedes Mal, wenn ich diese Bergrüßungsszenen und Freude über das Wiedersehen sehe. Dieser Ensemblefilm, der aus einzelnen Geschichten letztendlich zu einem großen Ganzen führt ist für mich dermaßen gelungen, dass ich jedes Mal wenn ich diesen Film sehe wieder überrascht bin, wie sich alles fügt, obwohl ich den Film seit seinem Entstehungsjahr wirklich jedes Jahr gesehen habe. Ich liste hier gar nicht den Cast auf, das würde zu weit führen, aber jeder Einzelne, jede Einzelne trägt zum gelungenen Gesamtbild bei. Was für tolle Geschichten werden hier erzählt, die letztendlich nur eines aussagen, das Einzige was zählt ist in der Tat Liebe.
Doch eine Lieblingsszene möchte ich schon mit euch teilen - wie großartig ist Hugh Grants ausgelassene Tanzeinlage in Downing Street 10!
Liebe braucht keine Ferien - The Holiday - 2006
So ein schöner Film und so eine nette Idee. Zwei Frauen tauschen ihr Heim und ihr Leben und erleben überraschendes in dem jeweiligen anderen Leben. Zwei wunderbare Schauspielerinnen, die großartige Kate Winslet und die ideale Besetzung der amerikanischen Zicke Cameron Diaz, stehen sich gegenüber und haben doch kaum eine gemeinsame Szene. Die Nebenrollen der Herren ist auch perfekt besetzt, wunderbar Jude Law als sensibler Brite, Jack Black als frustrierter Studiomusiker und mein ganz besonderer Liebling Eli Wallach.
Letzterer ist auch verantwortlich für die für mich berührendste Szene in diesem Film, als er als ehemaliger Hollywood Drehbuchautor zu der Ehrung seines Lebenswerks die Treppen hochhüpft.
Das war's mit den Weihnachtsfilmen, hier noch einer zum Drüberstreuen am Silvester-Abend
Happy New Year - New Year's Eve - 2011
Wieder ein gelungener Ensemblefilm mit vielen einzelnen Geschichten, die am Ende zusammenführen. Ich gebe zu ich liebe solche Filme, in denen viele Geschichten von unterschiedlicher Menschen erzählt werden und manchmal Einzelschicksale zusammenlaufen. Auch hier ein genial besetzter Cast mit dem Who is Who von Hollywood. Alle fügen sich mit ihren Charakteren in diese einzigartige Stimmung zu Silvester am Times Square ein.
Auch hier gibt es wieder einen Song, der es mir speziell angetan hat - Jon Bon Jovi im Fernduett mit dem Ausnahmetalent Lea Michele 'Have a little faith in me'.
Ich hoffe, da war was für jeden dabei. Ihr werdet euch vielleicht wundern (speziell die Jüngeren), aber ich schaue diese Filme tatsächlich auf DVD an 😂, deswegen seht ihr die DVD Covers in diesem Blog. Ich fang dann mal an, damit sich alles noch rechtzeitig ausgeht.
Viel Spaß & eine tolle (Vor-) Weihnachtszeit!